Am Samstag fand unser „Rundgang zu Spuren kolonialer Geschichte in Wiesbaden“ statt. Gemeinsam mit Dr.in Katherine Lukat (Stadtarchiv Wiesbaden) und Dr.in Susanne Claußen (Evangelisches Dekanat Wiesbaden) begaben wir uns auf eine spannende und zugleich nachdenklich stimmende Spurensuche durch die Stadt. Dabei erhielten wir vielfältige Einblicke in das Zeitalter des (deutschen) Kolonialismus und seine bis heute sichtbaren Auswirkungen auf das Wiesbadener Stadtbild. Wir erfuhren unter anderem, dass es in der Innenstadt einst rund 50 sogenannte Kolonialwarengeschäfte gab, was u.a. in den Kolonnaden gehandelt wurde und welche kolonialen Strukturen dahinterstanden. Ebenso ging es um Ausstellungen von angeeigneten Objekten und den Nachbau eines „senegalesischen Dorfes“ in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof, in dem damals Menschen zur Schau gestellt wurden. Dies ist ein eindrückliches Beispiel für den kolonialen Blick und die rassistischen Darstellungsformen jener Zeit. Auch die Biografien teils sehr junger Menschen, die in Wiesbaden Arbeit verrichten mussten, sowie die bis heute präsenten Straßennamen, die an fragwürdige Persönlichkeiten erinnern, waren Thema des Rundgangs. Wir danken Dr.in Katherine Lukat und Dr.in Susanne Claußen herzlich für ihre Zeit, ihren informativen Input und den wertvollen Austausch. Wir freuen uns schon auf weitere gemeinsame Projekte!
